Costa Rica die Zweite
Der letzte Reisetag und Maites Art von pünktlich sein
Heute bricht der letzte Tag einer gefühlt endlosen Reise an. Mit dem Ziel, Leben im Regenwald. Eigentlich ganz einfach: in den Bus steigen, der einmal am Tag nach Puerto Jimenez fährt.Wenn ihr Maite kennt, dann wisst ihr schon etwas über mich, bevor es passiert: Ich werde zu spät kommen. Und auch Costa Rica kann mir das nicht austreiben (ich schätze, es wird es eher schlimmer machen).
9:33
Ich genieße entspannt mein erstes Frühstück in Costa Rica. Und freue mich, weil ich es nicht selber machen musste. Ich genieße die Sicht auf rosa leuchtenden Rhododendron, Bananenpalmenblätter, Fotos von Tukanen und Berge. Ich genieße, dass ich nicht arbeiten muss und nicht am Handy bin, sondern einfach Nachdenken kann. Mir wird bewusst, dass mein Abenteuer heute Abend anfangen wird und ich werde aufgeregt. Das Gefühl, dass man es fast nicht ertragen kann, weil der Bauch bis oben hin kribbelt und das Herz immer schneller schlägt. Ich lebe für dieses Gefühl.
Nachdem ich also eine halbe Stunde tiefenentspannt an meinem richtig guten costa-ricanischen Kaffee genippt und mit der Köchin aus Nicaragua geschnackt habe (die sich noch von 2019 an mich erinnert!) gehe ich aufs Zimmer, um zu packen.
Nachdem ich also eine halbe Stunde tiefenentspannt an meinem richtig guten costa-ricanischen Kaffee genippt und mit der Köchin aus Nicaragua geschnackt habe (die sich noch von 2019 an mich erinnert!) gehe ich aufs Zimmer, um zu packen.
10:50
Ich bin fertig mit Packen und Auschecken und mache mich auf den Weg in die Stadt. Zur Erinnerung: Ich habe bisher kein Ticket, kein Bargeld und keine Simkarte. Der Bus, der einmal am Tag fährt, verlässt das Terminal um 12:00.
11:45
Der Bus ist ausgebucht. Der Bus ist ausgebucht?! WAS???? Gestern waren online alle Plätze frei und heute sollen alle ausverkauft sein? Ich sacke in mich zusammen. Alle warten in Puerto Jimenez auf mich. Ich will nicht einen Tag warten müssen. Die nicaraguanische Köchin empfiehlt mir, trotzdem zum Terminal zu fahren und es zu versuchen. Der Portier sagt mir, dass ich es mit dem Stau niemals pünktlich zum Terminal schaffen kann. Meine Hoffnung liegt bei 0 aber ich werde es versuchen. In völliger Panik werfe ich meine Taschen in den Uber und wir rasen los, als wären wir aus Amsterdam kommend in eine Polizeikontrolle geraten. Mein Herz rast, 5 Minuten bis zur Abfahrt und Google Maps sieht 8 min für den Weg zum Terminal vor. “Hast du schon den Busfahrer angerufen, um zu sagen dass du zu spät bist und er warten soll?” Den Busfahrer anrufen? Hä? Als ob das jemals funktioniert. Naja, kann ich noch mehr verlieren? Skeptisch wähle ich die Nummer der Busgesellschaft. Es nimmt jemand ab. Ich stottere einfach los und halte ein fast weinerliches Plädoyer, in dem mindestens 5 mal zu oft das Wort „Bitte bitte bitte“ vorkommt. So muss sich Beten in einer Kirche anfühlen. Als mir keine Worte mehr einfallen, um ihn zu überzeugen, halte ich den Atem an. “Ok. Ich sag dann mal dem Fahrer Bescheid.”, antwortet mir der Typ am anderen Ende der Leitung gelassen. Und als wir außer Atem 5 Minuten nach Abfahrtszeit ankommen, hält der Bus tatsächlich noch am Terminal. Wow, sie haben echt auf mich gewartet. Das würde in Deutschland niemals passieren. Stellt euch vor, man würde einen ICE-Fahrer anrufen, um zu fragen ob er nur für 1 Person mal ein bisschen mit der Abfahrt warten kann. Der würde denken, man hat einen Knacks in der Birne. Ich fühle mich in Costa Rica jetzt schon richtig wohl.
Ich mag es, dass die Leute so gut gelaunt sind. Ich mag die Luftfeuchtigkeit. Dass alles grün ist. Die Rufe der Vögel. Das T-Shirt Wetter. Dass alle von meinem Spanisch beeindruckt sind. Die Entschleunigung. Das lockere Miteinander. Dass alle so hilfsbereit sind. Das superleckere Essen (ich sage nur: Kochbananen). <3
Der erste Morgen
Ich wache in Costa Rica auf und bin glücklich. Gestern habe ich mit 5 Leuten gequatscht und jeder Einzelne war so unglaublich freundlich. Man spürt einfach, dass sie fröhlich sind. Und dass man willkommen ist. Gerade wenn man aus den USA anreist, merkt man den Unterschied deutlich. Im letzten Flugzeug gab mir das Personal das Gefühl, dass sie wütend sind, dass ich geboren wurde, weil mir das die Möglichkeit gegeben hat, ihr Flugzeug zu betreten. Überhaupt ist hier jeder ohne Grund freundlich. Da macht es auch viel mehr Spaß, zu quatschen. (Thx an dieser Stelle an meine bereits vorhandenen Spanischskills, ohne die all das nicht möglich gewesen wäre).Ich mag es, dass die Leute so gut gelaunt sind. Ich mag die Luftfeuchtigkeit. Dass alles grün ist. Die Rufe der Vögel. Das T-Shirt Wetter. Dass alle von meinem Spanisch beeindruckt sind. Die Entschleunigung. Das lockere Miteinander. Dass alle so hilfsbereit sind. Das superleckere Essen (ich sage nur: Kochbananen). <3

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