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Leben im Regenwald

Leben im Regenwald Es ist warm. Eigentlich braucht man nicht Duschen, weil man in der Sekunde, in der man aus der Dusche tritt, erneut schwitzt. Morgens kann man nie Ausschlafen, weil einen entweder die Sonne weckt, die um 5:30 aufgeht, oder das Rufen der streitenden Tukane. Wenn die Sonne um 17:30 untergeht, fühlt es sich an wie Mitternacht und man muss Rumlaufen verkleidet wie Indiana Jones, damit man nicht als saftiger Moskitosnack endet. Das Internet kann für Stunden ausfallen und der nächste Supermarkt ist 15km entfernt. Aber ich liebe es hier. Nachts kann ich mit echten Regenwaldgeräuschen einschlafen. Mir ist niemals kalt. Ich kann Katzen kuscheln. Jeden Tag machen wir Frühstück und Drinks mit superleckeren Früchten aus dem Garten. Von Kurkuma und Ingwer, zu Kochbananen, Chirimoya,  Kakao, Drachenfrucht bis zu Ananas. Wo ich auch hinsehe, ich sehe nur Grün. Ich liebe meine Arbeit, weil ich meiner Chefin helfen kann, wieder die Nummer 1 auf der Halbinsel zu sein. Und weil...
Letzte Posts
Costa Rica die Zweite Der letzte Reisetag und Maites Art von pünktlich sein Heute bricht der letzte Tag einer gefühlt endlosen Reise an. Mit dem Ziel, Leben im Regenwald. Eigentlich ganz einfach: in den Bus steigen, der einmal am Tag nach Puerto Jimenez fährt. Wenn ihr Maite kennt, dann wisst ihr schon etwas über mich, bevor es passiert: Ich werde zu spät kommen. Und auch Costa Rica kann mir das nicht austreiben (ich schätze, es wird es eher schlimmer machen). 9:33  Ich genieße entspannt mein erstes Frühstück in Costa Rica. Und freue mich, weil ich es nicht selber machen musste. Ich genieße die Sicht auf rosa leuchtenden Rhododendron, Bananenpalmenblätter, Fotos von Tukanen und Berge. Ich genieße, dass ich nicht arbeiten muss und nicht am Handy bin, sondern einfach Nachdenken kann. Mir wird bewusst, dass mein Abenteuer heute Abend anfangen wird und ich werde aufgeregt. Das Gefühl, dass man es fast nicht ertragen kann, weil der Bauch bis oben hin kribbelt und das Herz immer schnelle...

Im Dschungel

Der Tag beginnt wieder um 4:30 Uhr (hört das denn nie auf?!) mit einer kleinen Wanderung im Dunkeln. Wir müssen uns ganz besonders nah am Guide halten, weil bei Nacht viele (giftige) Schlangen und andere Kleintiere im Regenwald aktiv werden. Es geht also im Entenmarsch durch den Matsch. Maite macht es jetzt wie Gerson und hat sich in der Rangerstation Gummistiefel (botas) ausgeliehen. Das ist viel praktischer bei den Tausenden von Flüssen, die wir überqueren müssen (Brücken werden überbewertet Leute). Während wir noch trotz offener Augen schlafend durch den Wald dackeln, ist unser Guide schon wieder dabei, winnetoustyle Wildtiere aufzuspüren. Er kniet sich plötzlich hin, und als ich näher komme, sehe ich auch was er sieht: Fußspuren eines Tapirs. Habe ich natürlich sofort gewusst, von meiner jahrelangen Tapiraufspürerfahrung in der Innenstadt von Berlin. Die ist ja bekannt dafür.   Hastig fängt Gerson an zu Laufen, redet gar nicht mehr mit uns und auf der rechten Seite s...

Costa Rica

Busfahren ist mein neues Hobby. Für nur 12€ sitze ich jetzt 9 Stunden in diesem Bus, und kann mir den Regenwald anschauen. Es ist wie eine Fantasiewelt, die vor meinen Augen vorbeizieht. Palmen, Regenwald, grün, grün, grün so weit das Auge reicht, Täler und nebelverhangene Wälder. Ich frage mich, warum ich in Deutschland eigentlich immer so lange Busfahrten vermieden habe und es im Urlaub gar nicht schlimm ist, 9 Stunden zu sitzen. Naja, die Motivation ist hier auch eine Andere, wenn ich mir dafür die ganze Zeit den Regenwald ansehen kann. Es ist wirklich, wirklich einmalig schön hier. Klimatische Bedingungen Das Klima ist sooooooo komisch. Zuerst strahlt die Sonne, plötzlich verdunkelt sich der Himmel, es folgt ein einen vollkommen durchnässender Schauer und nach wenigen Minuten ist alles wieder wie es vorher war, gewärmt von der Sonne. Der Himmel hier ist wie eine ewige PMS. Ich mag es.  Der Regen ist warm. So angenehm, dass man darunter tanzen könnte. Ich muss ...

Nicaragua

Als wir ankommen, schlägt uns tropische Hitze entgegen und hastig zerre ich mir den verschwitzten Fast-Winter Pulli aus, der mir 20 Stunden zuvor noch meinen kalten Arsch in Berlin gerettet hat. Die Luft ist warm und feucht und wird von lautem Hupen erfüllt, das von überall zu scheinen kommt. Die Straße wird von Palmen und Reklameschildern gesäumt. Nach dem langen Flug, dem Umsteigen, dem auf die Koffer warten, geht plötzlich alles ganz schnell. Gustavo steigt auf die offene Ladeplatte des Pick ups seines Vaters und stellt sich oben auf. "Komm, das habe ich als Kind immer gemacht. Das macht Spaß!" Völlig übermüdet, und ein bisschen besorgt, weil das wirklich gefährlich aussieht, während der Fahrt draussen auf einem Pick Up zu stehen, schwinge ich mich mit einem 'klar' hoch auf die Ladefläche. Denn als Angsthase will ich nun wirklich nicht abgestempelt werden; ich bin eine Abenteurerin. Oben angekommen klammere ich mich an die Halterungsstangen, als sich der Pick U...
Ramada Heute hatte ich nicht viel zu tun aber ganz viel ganas Pancakes zu essen und deshalb beschloss ich meinen Freund anzurufen, der auch nichts zu tun hatte^^ Zuerst sind wir zu den ferias gefahren, um frische Zutaten zu besorgen und Zuhause angekommen begann ich den Teig zuzubereiten, während er die Früchte vorbereitete. Das natürlich mit gaaanz lauter und mitreißender Musik.  Es war das erste Mal, dass ich Pancakes in Chile gemacht habe und es werden definitiv nicht die letzten sein!  Dieses Gefühl von Freiheit habe ich sonst nicht oft. Zusammen mit einem nächtlichen Spaziergang mit cervecita und einem tollen Gesprächspartner oder einfach mit einem Freund in ein Auto zu steigen und ganz weit weg zu fahren (während man laut Musik mitsingt selbstverständlich) gibt es nichts, bei dem ich mich wohler fühle. Abends sind wir   auf die Ramada in Valparaiso gegangen. Das ist wir ein Jahrmarkt, mit ganz viel typisch chilenischem essen, viel Terremoto, Mus...
Mein Liebling Heute Morgen als ich genüsslich mein Frühstück beendet hatte, kam plötzlich meine Gastmutter in mein Zimmer gerannt und lud mich ein sie auf die Ferias, den örtlichen Markt, zu begleiten. Also wortwörtlich war das so: „Maaaaaaite vamos a las ferias si po? Vamos vamos!“ und ich bin ihr hinterher   gedackelt, weil ich nichts anderes zu tun hatte. Überraschenderweise war der Markt total schön, unglaublich viel Auswahl an Obst und Gemüse, Bananen, Ananas, Orangen, Kiwis, Äpfel, Zitronen, Zucchini, Auberginen, Kürbis, Kartoffeln, Knoblauch, Salat…und das im Winter! Die Preise waren auch unschlagbar günstig und die Atmosphäre unter offenem Himmel mit Gesprächen mit Händlern (ich habe natürlich die Chance genutzt und die Fragenden zu Deutschland auf den neuesten Stand gebracht), bei denen auch das ein oder andere Probieren rausprang, gefiel mir viel besser als der Gang zum Supermarkt. Ich habe meine Angst vor Hunden überwunden. Als ich passieren...