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Hola cabros,


ich bins wieder. Dieses Mal in Deutsch. Es ist ja für euch. (und in Spanisch würde ich eine Ewigkeit hier sitzen^^)

Jetzt bin ich schon 4 Tage hier.  Es fühlt sich schon viel länger an. 

Trotzdem weiß ich noch genau wie das Flugzeug abgehoben hat, was mich an den Ort bringen würde, an dem ich schon so lange sein wollte. Es war wie ein Traum für mich, der endlich wahr geworden ist. Entsprechend aufgeregt und breit war mein Lächeln die ganze Reise über. Ich konnte nicht fassen, dass es Realität wird, das Abenteuer für das ich schon so viel gemacht habe, was mir als Ziel in weiter Ferne so viel Energie und Motivation gegeben hat.
Und jetzt bin ich hier, zum ersten Mal in Lateinamerika, und ich kann es nicht glauben.

Mit den 2 Hübschen sitze ich jetzt hier fest haha...Potitos :)

Tja und wie ist es jetzt hier?

Auf jeden Fall kalt. Sehr kalt. Weil es in keinem Haus eine Heizung gibt. Ich hätte nie gedacht, dass eine warme Dusche so befriedigend sein kann. Momentan schlafe ich mit meiner Winterjacke, Mütze, Schal und 5 Decken!! Aber es ist so wie alle hier sagen, man gewöhnt sich daran (oder wartet wie ich einfach auf den Frühling). Das ist in weniger als einem Monat soweit und die Sonne scheint ja schon. Eigentlich ist Chile gar nicht so anders als Zuhause. Zum Frühstück isst meine Gastmutter Haferflocken und trinkt Kaffee oder schwarzen Tee- genau wie ich immer.  Was auffällt, ist, dass die Menschen hier alle sehr lieb und herzlich sind und auch geduldig mit meinen Nachfragen umgehen.  Den chilenischen Akzent zu verstehen ist gar nicht mal schwer, mir fehlt nur immer noch Vokabular. Ich bin schon dran und frage alle nach chilenischen Wörtern.


Ich liebe die Epa (unsere Projektplatz), an meinem ersten Tag war ich in der Gitarrenklasse. Im ersten Kurs waren drei Kinder dort,  und ich habe mich zum ersten Mal vorgestellt als die Freiwillige aus Deutschland. Die Kinder haben das richtig ernst genommen und ich habe mich gleich zu denen gesetzt, die ihre erste Gitarrenstunde hatten, weil man erfahrungsgemäß ein bisschen mehr Unterstützung braucht. Die Kinder sind einfach viel zu süß, da fiel es mir überhaupt nicht schwer geduldig zu sein. In der Erwachsenenklasse war das Niveau schon sehr hoch, deshalb konnte ich nicht richtig helfen. Es hat trotzdem Spaß gemacht, weil mich der Lehrer gebeten hat etwas zu singen. Meinen Lieblingssong auf Gitarre, Little talks, hat er dann direkt spontan auf Klavier begleitet und danach wollten die Schüler auch etwas singen, was dann in einer jam session geendet hat. Die Atmosphäre ist so entspannt und familiär hier. Trotzdem kann das nicht so weitergehen. Es macht Spaß keine Frage, aber gleichzeitig fühlen wir uns schlecht weil wir praktisch überflüssig sind. Wir müssen einige Sachen selbst erst mal lernen und können den Schülern noch nicht helfen, haben aber im Hinterkopf, dass wir hier sind, um die Lehrer zu unterstützen und nicht um selbst Schüler zu sein. Deshalb haben wir uns überlegt, Englischkurse aufzubauen. Mein Gitarrenlehrer hat mir zum Beispiel erzählt, dass die Lehrer auch großes Interesse daran hätten. Und es wäre etwas, was wirklich sinnvoll ist. Das ist jetzt unser Projekt.


So ein Unterschied zwischen der Innenstadt von Vina und
dem 20 min. entfernten Achupallas
Gestern waren wir zum ersten Mal in der Stadt Vina del Mar. Nur 20 Minuten mit dem Minibus aber als wir ausgestiegen sind, waren wir in einer anderen Welt.  Haushohe Palmen, Hotels, riesige Shoppingmalls und niemand auf der Straße. Kaum zu glauben wie nah diese beiden Orte sind. Habe mich wie der touristischste Tourist gefühlt obwohl ich das ja gar nicht bin (oder sein will). Zurück an der frischen Luft wollten wir natürlich unbedingt das Meer sehen. Der Strand hat uns echt gut gefallen. In einer Bar mit Meerblick habe ich mir dann einen Pisco sour bestellt (der ist einfach zu lecker), war dann aber doch sehr viel stärker als gedacht- damit war der Ausflug nach Vina danach gleich doppelt so lustig :D

Abends sind wir dann noch an Palmen und Bars entlang flaniert und schließlich wieder (in halsbrecherischem Tempo im Bus eines lebensmüden Fahrers) nach Achupallas zurückgekehrt. Hier fühle ich mich wohl.
Achupallas (unsere Hood)

 Ich mag die Luft hier oben, man fühlt sich frei, der Wind weht einem in den Haaren und das Gesicht streckt man zur Sonne aus. Die Menschen sind so offen und herzlich hier, ich freue mich wirklich, dass wir so lieb aufgenommen werden. Auch wenn es Leute gibt, die mir offen zeigen, dass sie nicht mit mir kommunizieren wollen, sind die meisten wirklich sehr hilfsbereit und interessiert. Ich denke, dass es sehr einfach wird, hier Fuß zu fassen. Und wir haben ja immer noch uns drei Freiwillige. Also allein sind wir definitiv nicht.

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