| Lia (Sängerin auf profesionellem Niveau) und Evelyn (sie sieht nicht so aus aber sie zieht euch alle auf dem Schlagzeug ab) |
Das Jahr der Konzerte
Neben dem Musikunterricht fehlt es im Alltag auch nicht an
Konzerten chilenischer Musik oder spontanen Jam sessions. Meine Gitarrenklasse
hat sich sowieso schon in einem halbe Jam session verwandelt. Jeden Donnerstag
begleite ich zuerst die Klasse für Kinder und unterstütze den Lehrer Mauricio
(richtig cooler Typ übrigens) indem ich mich den Anfängern annehme und ihnen
neue Akkorde beibringe während er sich um die fortgeschrittenen kümmern kann.
Die Gitarrenklassen sind sehr klein und bestehen nur aus jeweils 3 Schülern und
die Beginner bekommen mit mir praktisch Privatunterricht, die Glücklichen, ich
habe das alles ohne Lehrer gelernt. Die
Gitarrenklasse macht mir mit am meisten Spaß, weil sie aufgrund ihrer kleinen
Größe so familiär und mit Mauricio echt entspannt ist. Außerdem habe ich das
Gefühl, dort wirklich helfen zu können (es ist bisher der einzige Tag an dem
ich gefühlt „richtig“ arbeite) und ich unterhalte mich auch zwischendurch gerne
mit den kleinen Schülern darüber, welcher der beste Fußballspieler ist oder beantworte Fragen über
Deutschland. In der anschließenden Klasse für Erwachsene hatte ich heute eine
neue Einsteigerin, der ich mich gleich angenommen habe (ich will sie ja auch
von meinem Instrument begeistern) und
auch von den anderen wurde sie sehr lieb aufgenommen. Der Schluss der Klasse
ist dann in einer Jam session ausgeartet (passiert irgendwie immer ) weil ich
jetzt einen weiteren Keanefan gefunden habe, der neben somewhere only we know
noch mehr von ihnen kennt. Er heißt in diesem Blog Solo Manolo und sogar extra nachmittags die Akkorde zu
bedshaped gelernt, damit wir das in der Kasse singen können.
Am nächsten Tag in der Big Band angekommen wurden uns die Partituren gegeben
und ich sollte einmal raufschauen und die Melodie zu 3 John Williams Songs auf
der Gitarre zupfen. So gut werden wir hier vorher übrigens immer informiert,
mir wurde schon erklärt, dass das zusammen mit de immerpünktlichen
Anfangszeiten zum lifestyle gehört ^^ wie dem auch sei, konnte ich das
natürlich nicht und saß erst mal wie ein nasser Sack rum bis ich mich
entschloss nach Hause zu gehen, wo es wenigstens nicht so kalt war. Ich meine,
hey, ich wurde heute auf der Straße von einem Hund gebissen, ich habe die
perfekte Ausrede. Es gibt hier wirklich
sehr viele Hunde und hinter jedem Zaun laufen gefühlt 4 Hunde pro Haus hin und
her, nur leider waren die aggressiven Hunde unserer Nachbarin nicht hinter dem
Zaun. Kurzer Sinn, ich lebe noch aber es ist schon traurig, dass sowas gleich
in der ersten Woche passiert. Haha mir geht es gut, ich hatte ganz viele dicke
Socken an (wenigstens ein Mal ist die Kälte zu was nütze) und deshalb konnte
der Hund nicht tief beißen, es tut aber trotzdem weh wenn ich laufe und ich
habe jetzt ein bisschen mehr Angst vor den Hunden hier….
Jedenfalls wurde ich auf dem Weg nach Hause von Mauricio
angesprochen, und während wir uns auf dem Flur unterhalten haben und er mich
einlud noch bei seiner Band zuzuhören, kam dann noch Solo Manolo aus dem Raum
und zog mich mit rein, weil ich mir nicht ganz sicher war. Das war am Ende aber
wirklich lieb mich so einzubeziehen, ich hatte eine super Zeit in der Klasse
der Rock Band und ich genieße es immer Solo Manolo zuzuhören wenn er singt, er
ist wirklich talentiert und beeindruckt mich damit immer wieder. Anschließend
durfte ich mir sogar einen Song wünschen und wurde dann selbst ans Mikro
geschoben, ich hatte dann sozusagen meine eigene Band, das war ein super
cooler Moment. #casirockstaryo hahaha
Solo Manolo aka little potito
Apropoto ans Mikro geschoben werden, gestern hat mich Mauricio gefragt, ob ich nicht den Auftritt einer seiner Schülerinnen übernehmen könnte, die zum morgigen Konzert leider krank ist. Hilfsbereit wie ich bin, dachte ich, dass kann ja keine große Sache sein. Am nächsten Morgen in der Epa kamen dann gleich die ersten Lehrer auf mich zu, um mir zu sagen, dass sie sich sehr auf mein Konzert heute freuen. Ähm okay aber woher wisst ihr davon? ^^ Es stellt sich heraus, dass die Band den Auftritt schon seit Monaten geübt hat, um ihn in einem Gesundheitszentrum am Tag des Stillens zu präsentieren. Bei der Location hätte man die Coolness zwar noch ein bisschen hochschrauben können, aber hey, mein erster Auftritt in Chile und dann auch noch Mütter unterstützt! War ein bisschen strange, dass überall Bilder von stillenden Frauen als Raumdeko aufgehängt waren, aber ich habe mich nicht davon abbringen lassen, den Moment zu genießen und es waren gar nicht mal wenig Leute da, um sich mein little talks anzuhören. |
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| Mauricio und seine Band. Ganz in schwarz. Wir wissen, dass wir cool sind. |
Hier ist das Video: https://youtu.be/daELkIfogfk

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